{"id":5195,"date":"2025-04-15T19:50:31","date_gmt":"2025-04-15T17:50:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.anwaelte-schneider-stein.de\/?page_id=5195"},"modified":"2025-04-15T20:35:48","modified_gmt":"2025-04-15T18:35:48","slug":"d-parentage-law","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.anwaelte-schneider-stein.de\/en\/d-abstammungsrecht\/","title":{"rendered":"D. Parentage law"},"content":{"rendered":"<section class=\"l-section wpb_row height_auto\"><div class=\"l-section-h i-cf\"><div class=\"g-cols vc_row via_grid cols_1 laptops-cols_inherit tablets-cols_inherit mobiles-cols_1 valign_top type_default stacking_default\"><div class=\"wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\">\n\t<div class=\"wpb_raw_code wpb_raw_html wpb_content_element us_custom_909b2fd0\" id=\"leihmutterschaft\">\n\t\t<div class=\"wpb_wrapper\">\n\t\t\t\n\t\t\t<!-- START Testamentsanfechtung REVOLUTION SLIDER 6.7.41 --><p class=\"rs-p-wp-fix\"><\/p>\n\t\t\t<rs-module-wrap id=\"rev_slider_11_1_wrapper\" data-source=\"gallery\" style=\"visibility:hidden;background:transparent;padding:0;margin:0px auto;margin-top:0;margin-bottom:0;\">\n\t\t\t\t<rs-module id=\"rev_slider_11_1\" style=\"\" data-version=\"6.7.41\">\n\t\t\t\t\t<rs-slides style=\"overflow: hidden; position: absolute;\">\n\t\t\t\t\t\t<rs-slide style=\"position: absolute;\" data-key=\"rs-13\" data-title=\"Slide\" data-anim=\"adpr:false;\" data-in=\"o:0;\" data-out=\"a:false;\">\n\t\t\t\t\t\t\t<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"\/\/www.anwaelte-schneider-stein.de\/wp-content\/plugins\/revslider\/sr6\/assets\/assets\/dummy.png\" alt=\"Testament anfechten\" title=\"Testament anfechten\" width=\"1240\" height=\"827\" class=\"rev-slidebg tp-rs-img rs-lazyload\" data-lazyload=\"\/\/www.anwaelte-schneider-stein.de\/wp-content\/uploads\/Testament_Anfechten_9250-1-min.jpg\" data-bg=\"p:0% 20%;\" data-parallax=\"off\" data-no-retina>\n<!--\n\t\t\t\t\t\t\t--><rs-layer\n\t\t\t\t\t\t\t\tid=\"slider-11-slide-13-layer-1\" \n\t\t\t\t\t\t\t\tclass=\"tp-shape tp-shapewrapper\"\n\t\t\t\t\t\t\t\tdata-type=\"shape\"\n\t\t\t\t\t\t\t\tdata-rsp_ch=\"on\"\n\t\t\t\t\t\t\t\tdata-xy=\"x:c;y:b;\"\n\t\t\t\t\t\t\t\tdata-text=\"fw:100;a:inherit;\"\n\t\t\t\t\t\t\t\tdata-dim=\"w:100%;h:10px;\"\n\t\t\t\t\t\t\t\tdata-frame_999=\"o:0;st:w;sR:8700;\"\n\t\t\t\t\t\t\t\tstyle=\"z-index:5;background-color:#b19100;\"\n\t\t\t\t\t\t\t> \n\t\t\t\t\t\t\t<\/rs-layer><!--\n-->\t\t\t\t\t<\/rs-slide>\n\t\t\t\t\t<\/rs-slides>\n\t\t\t\t<\/rs-module>\n\t\t\t\t<script>\n\t\t\t\t\tsetREVStartSize({c: 'rev_slider_11_1',rl:[1240,1024,778,480],el:[600],gw:[1240],gh:[600],type:'hero',justify:'',layout:'fullwidth',mh:\"0\"});if (window.RS_MODULES!==undefined && window.RS_MODULES.modules!==undefined && window.RS_MODULES.modules[\"revslider111\"]!==undefined) {window.RS_MODULES.modules[\"revslider111\"].once = false;window.revapi11 = undefined;if (window.RS_MODULES.checkMinimal!==undefined) window.RS_MODULES.checkMinimal()}\n\t\t\t\t<\/script>\n\t\t\t<\/rs-module-wrap>\n\t\t\t<!-- END REVOLUTION SLIDER -->\n\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/section><section class=\"l-section wpb_row height_small\"><div class=\"l-section-h i-cf\"><div class=\"g-cols vc_row via_grid cols_1 laptops-cols_inherit tablets-cols_inherit mobiles-cols_1 valign_top type_default stacking_default\" style=\"--columns-gap:1rem;\"><div class=\"wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_text_column us_custom_ffd27ab9\"><div class=\"wpb_wrapper\"><h1><span style=\"color: #5ea7ff;\">D. Abstammungsrecht<\/span><\/h1>\n<p>Das Abstammungsrecht regelt, wer die <strong>Eltern<\/strong> eines Kindes sind. <strong>Linien<\/strong> und <strong>Grade<\/strong> bestimmen die Qualit\u00e4t der Eltern-Kind-Beziehung, alles h\u00e4ngt nach der Legaldefinition im BGB (B\u00fcrgerliches Gesetzbuch) von der Zahl der vermittelnden Geburten ab. Ein Kind ist mit seinen Eltern bspw. im 1. Grad und in gerader Linie verwandt, mit den Gro\u00dfeltern im 2. Grad, aber ebenfalls in gerader Linie. Mit den Geschwistern besteht eine Verbindung in Seitenlinie.<\/p>\n<p>Das deutsche Recht sieht eine Elternschaft von maximal 2 Personen, n\u00e4mlich Mutter und Vater vor. Erste Elternstelle ist immer die <strong>Frau<\/strong>, die das Kind geboren hat (biologische Abstammung). Damit verbunden ist eine unverzichtbare und nicht ab\u00e4nderbare <strong>Mutterschaft<\/strong> (\u00a7 1591 BGB).<\/p>\n<p>Die zweite Elternstelle (<strong>Vaterschaft<\/strong>) kann dagegen auf unterschiedliche Weisen besetzt werden: Ein <strong>Mann<\/strong> kann sein Abstammungsverh\u00e4ltnis zu einem Kind durch<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Ehe<\/strong> mit der Geburtsmutter (\u00a7 1592 Nr. 1 BGB),<\/li>\n<li>mittels <strong>Anerkennung<\/strong> mit ihrer <strong>Zustimmung<\/strong> (\u00a7\u00a7 1592 Nr. 2, 1595 BGB) oder durch<\/li>\n<li>feststellenden <strong>Gerichtsbeschluss<\/strong> (\u00a7\u00a7 1592 Nr. 3, 1600 d BGB)<\/li>\n<\/ul>\n<p>begr\u00fcnden. Einer Ehefrau (oder Partnerin der Geburtsmutter) ist das nicht m\u00f6glich, sie kann Elternstelle nur durch (Stiefkind-) Adoption werden.<\/p>\n<p>Vaterschaft durch Ehe und Anerkennung basiert allerdings nicht immer auf <strong>zeugungsbiologischen<\/strong> Wahrheiten, so dass der Begriff der <em>Abstammung<\/em> nicht exklusiv genetisch belegt ist, sondern auch \u2013 v.a. als sog. <strong>Verantwortungselternschaft<\/strong> \u2013 rechtliche Elternschaft beinhalten kann. Das <strong>Bundesverfassungsgericht<\/strong> (BVerfG) verweist zur Begr\u00fcndung insoweit auf ein (zumindest <em>m\u00f6glich<\/em> erscheinendes) <strong>Zusammenfallen<\/strong> von <strong>leiblicher<\/strong> und <strong>rechtlicher<\/strong> Elternschaft, was bei nicht bin\u00e4rgeschlechtlichen Paaren ausgeschlossen ist. Ob vor diesem Hintergrund eine <strong>abstammungsrechtliche<\/strong> Gleichstellung von Ehefrauen und Ehem\u00e4nnern, wie diskutiert, geboten, gar erforderlich, ist, erscheint fraglich.<\/p>\n<p>Sowohl das OLG Celle als auch das Kammergericht (Berlin) halten die geltende Regelung im BGB, wonach nur ein <strong>Mann<\/strong> die 2. Elternstelle erhalten kann, nicht aber eine Frau, f\u00fcr <strong>verfassungswidrig<\/strong>. Sie sind der Auffassung, dass jedenfalls dann, wenn in einer gleichgeschlechtlichen Ehe nach einer (anonymen) Embryospende <strong>die zweite Elternstelle unbesetzt<\/strong> bleiben w\u00fcrde, eine Eltern-Kind-Zuordnung auch zu einer weiblichen zweiten Elternstelle (= Ehefrau) erfolgen m\u00fcsse. Zu ber\u00fccksichtigen sei, dass die durch Abstammung begr\u00fcndete verfassungsrechtliche Elternschaft auch durch ein gleichwertiges <strong>voluntatives Element<\/strong> nebst \u00dcbernahme von <strong>Verantwortung<\/strong> begr\u00fcndet werden k\u00f6nne:<\/p>\n<ul>\n<li><u>OLG Celle<\/u>: Eine Elternstellung kann nicht allein auf genetisch biologischen Vorgaben beruhen. Das BVerfG habe verdeutlicht, dass es ein Elternrecht ohne Pflichtentragung gegen\u00fcber dem Kind aus Art.\u00a06\u00a0Abs.\u00a02 S. 1 GG nicht geben k\u00f6nne (BVerfG\u00a0NJW 2003, 2151, 2153). Zwar k\u00f6nne durch den f\u00fcr die Entstehung des Kindes ma\u00dfgeblichen gemeinsamen Beitrag der Eltern hinsichtlich des Schutzbereichs von Art.\u00a06\u00a0GG nicht auf das Entstehen einer Beziehung zwischen Ehefrau und Kind abgestellt werden. Dies sei aber anders zu beurteilen, wenn die Erkl\u00e4rungen der Wunscheltern Grundlage und notwendige Voraussetzung f\u00fcr die Entstehung des Kindes seien (OLG Celle NZFam 2021, 352, 363). Die durch Abstammung begr\u00fcndete verfassungsrechtliche Elternschaft k\u00f6nne auch durch ein (gleichwertiges) voluntatives Element, also einen Willen zur Elternschaft und \u00dcbernahme von Verantwortung, begr\u00fcndet werden: Der Zeugung des Kindes komme eine existenzielle Bedeutung zu, die verfassungsrechtlich relevant sei (dazu <em>Oldenburger<\/em> NZFam 2020, 985). Daher bestehe eine verfassungsrechtlich begr\u00fcndete Handlungspflicht des Gesetzgebers, eine gesetzliche Ausgestaltung hinsichtlich der Begr\u00fcndung und des Inhalts der <strong>Elternstellung gleichgeschlechtlicher<\/strong> Paare zu schaffen. Das Grundrecht des Kindes und der Ehefrau aus Art.\u00a02\u00a0Abs.\u00a01 GG i.\u00a0V.\u00a0m. Art.\u00a06\u00a0Abs.\u00a02 S. 1 GG seien aktuell verletzt. Nach Einf\u00fchrung der Eheschlie\u00dfung Gleichgeschlechtlicher und der Homogenisierung mit der heterosexuellen Ehe seien die Vergleichsgruppen neu zu bilden. Spezifische Zuordnungskriterien der jeweiligen Elternschaft, wenn gegen\u00fcbergestellt, rechtfertigten keine geschlechtsspezifische Ungleichbehandlung der zweiten Elternstelle mehr.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der BGH hatte demgegen\u00fcber eine Verfassungswidrigkeit unter Hinweis auf eine <strong>fehlende Regelungsl\u00fccke<\/strong> abgelehnt. Eine Verfassungswidrigkeit der Norm liege nicht vor, weil der Schutzbereich von Art. 6 Abs. 1 GG nicht ber\u00fchrt sei. Schlie\u00dflich gebe es <strong>keine verfassungsrechtliche Notwendigkeit<\/strong>, dem Kind eine leiblich nicht verwandte Person als Elternteil zuzuordnen. Auch eine Ungleichbehandlung im Sinne von Art. 3 Abs. 1 GG liege nicht vor. Es komme auch keine analoge Anwendung der Norm auf Ehefrauen in Betracht:<\/p>\n<p><u>BGH<\/u><em>: Die Ehefrau <strong>ist<\/strong> nicht Elternteil des Kindes. Vielmehr will sie diesen Status <strong>erst erlangen<\/strong>. Dar\u00fcber hinaus ist auch aus dem Pers\u00f6nlichkeitsrecht des Kindes eine verfassungsrechtliche Notwendigkeit, ihm durch das Abstammungsrecht eine leiblich nicht verwandte Person als Elternteil zuzuordnen, nicht ableitbar. Dies gilt auch, wenn diese Person bereit und in der Lage ist, Elternverantwortung zu \u00fcbernehmen. Schlie\u00dflich ist auch keine Ungleichbehandlung i. S. v. Art.\u00a03\u00a0Abs.\u00a01 GG vorhanden, da es einen sachlichen Grund f\u00fcr die Unterscheidung von Ehe und Ehewirkungen auf der einen und Abstammung auf der anderen Seite gibt.<\/em><\/p>\n<p>Das BVerfG hat angek\u00fcndigt, im Verlaufe des Jahres 2025 \u00fcber diese Fragen zu verhandeln und zu entscheiden.<\/p>\n<\/div><\/div><div class=\"g-cols wpb_row via_grid cols_1 laptops-cols_inherit tablets-cols_inherit mobiles-cols_1 valign_bottom type_default stacking_default\" style=\"--columns-gap:1rempx;\"><div class=\"wpb_column vc_column_container us_custom_42181677\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"w-message color_blue with_icon with_close\"><div class=\"w-message-icon\"><i class=\"fas fa-lightbulb-exclamation\"><\/i><\/div><div class=\"w-message-body\"><p><span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"\/rechtsanwaelte\/dr-marko-oldenburger\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dr. Oldenburger<\/a><\/span> ber\u00e4t und vertritt Sie bei allen Fragen des Abstammungsrechts und zur Feststellung oder Anfechtung von Vaterschaften. Nehmen Sie hier direkt Kontakt auf und vereinbaren einen ersten Beratungstermin. Senden Sie ihm eine E-Mail an (<span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"mailto:oldenburger@schneiderstein.de\">oldenburger@schneiderstein.de<\/a><\/span>) oder nutzen Sie unser <a href=\"\/kontakt\/mail\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Kontaktformular<\/span><\/a>.<\/p>\n<\/div><button class=\"w-message-close\" type=\"button\" aria-label=\"Close\"><\/button><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/section><section class=\"l-section wpb_row height_small\"><div class=\"l-section-h i-cf\"><div class=\"g-cols vc_row via_grid cols_1 laptops-cols_inherit tablets-cols_inherit mobiles-cols_1 valign_middle type_default stacking_default\" style=\"--columns-gap:1px;\"><div class=\"wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><h1><span>B. \u00c4nderung der Geschlechtsidentit\u00e4t<\/span><\/h1>\n<h3>1. Erkl\u00e4rung \u00e4ndert Geschlechtsidentit\u00e4t und -eintrag<\/h3>\n<p>\u00a7 2 SBGG (<em>Selbstbestimmungsgesetz<\/em>) regelt seit dem 01.11.2024, dass jede vollj\u00e4hrige Person gg\u00fc. dem Standesamt erkl\u00e4ren kann, dass die Angabe zu ihrem Geschlecht in einem deutschen Personenstandseintrag ge\u00e4ndert (oder bei deren Fehlen eingetragen) werden soll, indem sie durch eine andere der in \u00a7 22 Abs. 3 des Personenstandsgesetzes vorgesehenen Angaben ersetzt oder gestrichen wird. M\u00f6glich sind danach: <em>Weiblich<\/em>, <em>m\u00e4nnlich<\/em>, <em>divers<\/em> oder<em> keine Angabe<\/em>.<\/p>\n<p>Dazu ist lediglich erforderlich, zu versichern (nicht an Eides statt), dass der jetzt gew\u00e4hlte Geschlechtseintrag beziehungsweise die Streichung des Geschlechtseintrags der eigenen Geschlechtsidentit\u00e4t am besten entspricht und sich die antragstellende Person der Tragweite der durch die Erkl\u00e4rung bewirkten Folgen bewusst ist. Die beabsichtigte \u00c4nderung muss 3 Monate vor der Erkl\u00e4rung beim <strong>Standesamt<\/strong> angemeldet und sodann innerhalb von 6 Monaten abgegeben werden (\u00a7 4 SBGG). Die Erkl\u00e4rung ist <strong>pers\u00f6nlich<\/strong> vor dem Standesbeamten abzugeben und zu <strong>beurkunden<\/strong> (\u00a7 45b Abs. 1 PStG). Zust\u00e4ndig ist das Standesamt, welches das <strong>Geburtsregister<\/strong> f\u00fcr die betreffende Person f\u00fchrt (\u00a7 45b Abs. 2 S. 1 PStG), anderenfalls das <strong>Wohnsitzstandesamt<\/strong>. Es besteht weder eine Pr\u00fcfungskompetenz noch \u2013pflicht, allerdings soll die Beurkundung abgelehnt werden d\u00fcrfen, wenn ein <strong>offensichtlicher Missbrauch <\/strong>im Raum steht. Bei Deutschen mit gew\u00f6hnlichem Aufenthalt im <strong>Ausland<\/strong> kann eine deutsche <strong>Auslandsvertretung<\/strong> die Erkl\u00e4rung \u00f6ffentlich beglaubigen und an das zust\u00e4ndige Standesamt \u00fcbermitteln.<\/p>\n<p>Auf Antrag (<em>Verlangen<\/em>) kann die Bezeichnung von <em>Mutter<\/em> und <em>Vater<\/em> in der Geburtsurkunde sodann in <strong><em>Elternteil<\/em><\/strong> ge\u00e4ndert werden (\u00a7 48 Abs. 1a PStV nF).<\/p>\n<p>Nach Ablauf von 1 Jahr kann erneut eine \u00c4nderung des Geschlechtseintrages beantragt werden. Die einmal ge\u00e4nderte Geschlechtsidentit\u00e4t ist also (wiederholt) wandelbar.<\/p>\n<h3><strong>2. Folgen der \u00c4nderung<\/strong><\/h3>\n<ul>\n<li><strong>Personalausweis<\/strong> und <strong>Reisepass<\/strong> werden ung\u00fcltig und m\u00fcssen neu beantragt und ausgestellt werden. Zwar enth\u00e4lt der deutsche Personalausweis keine Angabe zum Geschlecht. Wenn aber &#8211; wie in den allermeisten F\u00e4llen &#8211; auch die Vornamen ge\u00e4ndert wurden, muss der Personalausweis neu ausgestellt werden. Im deutschen Reisepass wird neben den Vornamen auch der <strong>Geschlechtseintrag<\/strong> vermerkt, sodass dieser neu beantragt werden muss, sofern er ben\u00f6tigt wird\u2026<\/li>\n<li>Amtswegige \u00c4nderung der Eintragung im <strong>Melderegister<\/strong>, welches unmittelbar vom Standesamt \u00fcber die Beurkundung der \u00c4nderung des Geschlechtseintrags und des Vornamens informiert wird (vgl. \u00a7 57 Abs. 4 Nr. 4 PStV).<\/li>\n<li><strong>GKV<\/strong>: Die Leistungen der gesetzlichen <strong>Krankenversicherung<\/strong> kn\u00fcpfen an den individuellen Bedarf nach <strong>biologischen<\/strong> und <strong>psychosozialen<\/strong> Gegebenheiten an, das registrierte Geschlecht ist nicht relevant.<\/li>\n<li><strong>Zeugnisse<\/strong>, Ausbildungs- oder Dienstvertr\u00e4ge, F\u00fchrerscheine sowie weitere damit vergleichbare Dokumente k\u00f6nnen auf Antrag (an die Aussteller) neu ausgestellt werden.<\/li>\n<li><strong>Strafvollzug<\/strong>: Die Gesetzgebungskompetenz liegt bei den L\u00e4ndern. Die Unterbringung von Strafgefangenen muss sich nicht allein am Geschlechtseintrag orientieren. Das Grundgesetz und die F\u00fcrsorgepflicht der Anstalt verlangen, bei der Unterbringung die Sicherheitsinteressen und Pers\u00f6nlichkeitsrechte aller Strafgefangenen zu ber\u00fccksichtigen. \u00c4ndert ein Strafgefangener mit dem Geschlechtseintrag <em>m\u00e4nnlich<\/em> den Geschlechtseintrag im Personenstandsregister zB in <em>weiblich<\/em>, k\u00f6nnen je nach Einzelfall Pers\u00f6nlichkeitsrechte und Sicherheitsinteressen anderer Strafgefangener der Verlegung in ein Frauengef\u00e4ngnis entgegenstehen.<\/li>\n<\/ul>\n<h3><strong>3. Besonderheiten f\u00fcr Minderj\u00e4hrige<\/strong><\/h3>\n<p>Ab dem 14. Geburtstag kann ein <em>Kind<\/em> die \u00c4nderungserkl\u00e4rung selbst abgeben, bedarf aber der Zustimmung der gesetzlichen Vertreter. F\u00fcr die Erkl\u00e4rung muss der Nachweis einer Beratung beigebracht werden (zB beim Jugendamt, Kinder- und Jugendpsycholog:in). Die (fehlende) Zustimmung kann <strong>gerichtlich ersetzt<\/strong> werden, wenn die \u00c4nderung <strong>dem Kindeswohl nicht widerspricht<\/strong> (\u00a7 3 Abs. 1 SBGG). Anders als bei \u00a7 1666 BGB kann damit niedrigschwellig in das Sorgerecht eingegriffen werden. Damit verbunden ist ein nicht unerheblicher Eingriff in das Elterngrundrecht aus Art. 6 Abs. 2 S. 1 GG, das durch die Pers\u00f6nlichkeits- und Selbstbestimmungsrechte des Kindes gerechtfertigt sein m\u00fcsste.<\/p>\n<p>Kinder unter 14 Jahren k\u00f6nnen eine Geschlechts\u00e4nderung noch nicht selbst erkl\u00e4ren, sondern nur ihre gesetzlichen Vertreter; ist das Kind 6 Jahre oder \u00e4lter, muss es allerdings einverstanden sein und den \u00c4nderungswunsch ebenfalls erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Eine Sperrfrist f\u00fcr eine erneute \u00c4nderung des Geschlechtseintrages gibt es nicht. D.h., Kinder und Jugendliche k\u00f6nnen jederzeit wieder einen neuen Geschlechtseintrag erhalten.<\/p>\n<h3><strong> 4. Abstammungsrechtliche Folgen (\u00a7 11 SBGG)<\/strong><\/h3>\n<p>An der Geburtsmutterschaft (\u00a7 1591 BGB) und genetischen Vaterschaft (\u00a7 1592 Nr. 3 BGB) \u00e4ndert ein neuer Geschlechtseintrag nach dem SBGG nichts.<\/p>\n<p>-&gt; <u>\u00a7 11 Abs. 1 S. 1 SBGG<\/u>: Der Geschlechts<strong>eintrag <\/strong>im Personenstandsregister ist f\u00fcr das nach den <strong>\u00a7\u00a7 1591 und 1592 Nummer 3 <\/strong>des B\u00fcrgerlichen Gesetzbuchs bestehende oder k\u00fcnftig begr\u00fcndete Rechtsverh\u00e4ltnis zwischen einer Person und ihren Kindern <strong>unerheblich<\/strong>.<\/p>\n<p>-&gt; <u>S. 2, 1. Hs.<\/u>: F\u00fcr das nach <strong>\u00a7 1592 Nummer 1 oder 2 <\/strong>des B\u00fcrgerlichen Gesetzbuchs bestehende oder k\u00fcnftig begr\u00fcndete Rechtsverh\u00e4ltnis zwischen einer Person und ihren Kindern ist ihr Geschlechts<strong>eintrag im Personenstandsregister zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes <\/strong>ma\u00dfgeblich,<\/p>\n<p>-&gt; <u>2. Hs<\/u>.: es sei denn, sie hat im Rahmen der Beurkundung der Geburt des Kindes gegen\u00fcber dem Standesamt erkl\u00e4rt, dass ihr Geschlechtseintrag vor Abgabe der Erkl\u00e4rung gem\u00e4\u00df \u00a7 2 ma\u00dfgeblich sein soll.<\/p>\n<p>Elternschaft durch <strong>Ehe<\/strong> oder <strong>Anerkennung<\/strong> folgt damit dem Geschlechts<strong>eintrag<\/strong> im Personenstandsregister zum <strong>Zeitpunkt der Geburt des Kindes,<\/strong> es sei denn, es wurde im Rahmen der Beurkundung der Geburt des Kindes gegen\u00fcber dem Standesamt erkl\u00e4rt, dass der Geschlechtseintrag <strong>vor Abgabe der Erkl\u00e4rung <\/strong>ma\u00dfgeblich sein soll.<\/p>\n<p>Eintragungen sowohl als <em>Mutter<\/em> als auch als <em>Vater<\/em> k\u00f6nnen im Anschluss jedoch auf Antrag in <strong><em>Elternteil<\/em><\/strong> ge\u00e4ndert werden (\u00a7 48 Abs. 1 a PStV).<\/p>\n<p><em><u>Beispiel<\/u><\/em><u>:<\/u> Amira Meier ist mit Max M\u00fcller befreundet. Sie wird von ihm schwanger. Max erkennt die Vaterschaft pr\u00e4natal an, Amira stimmt zu. Sodann \u00e4ndert er seine Geschlechtsidentit\u00e4t in weiblich und seinen Vornamen in Maria. Amira bringt Jens Torben auf die Welt. Amira ist seine Mutter. Wer ist Vater?<\/p>\n<p>-&gt; Gem. \u00a7 1592 Nr. 2 BGB der anerkennende <em>Mann<\/em>. Seine Anerkennung wird wirksam zum Zeitpunkt der Geburt. Nach \u00a7 11 Abs. 1 S. 2 Hs. 1 SBGG kommt es auf den Geschlechtseintrag zum Zeitpunkt der Geburt an, also <em>Maria<\/em> (weiblich).<\/p>\n<p>-&gt; <em>Maria<\/em> ist nicht <u>Vater<\/u> von Jens Torben. <em>Max<\/em>\u2018 Anerkennung ist wirkungslos, wenn keine Erkl\u00e4rung gem. Hs. 2 abgegeben worden sein wird. Anderenfalls w\u00e4re <em>Max<\/em> der Vater und w\u00fcrde im Register eingetragen, obwohl er zu <em>Maria<\/em> geworden ist. Diese Eintragung k\u00f6nnte dann von <em>Vater<\/em> in <em>Elternteil<\/em> ge\u00e4ndert werden, als Name des <em>Elternteils<\/em> verbleibt allerdings <em>Max<\/em>. Das h\u00e4tte beachtliche Folgen z.B. beim Nachweis der Elternschaft durch Vorlage der Geburtsurkunde von Jens Torben, in der <em>Maria<\/em> nicht genannt ist\u2026<\/p>\n<\/div><\/div><div class=\"g-cols wpb_row us_custom_9dc5eed9 via_grid cols_1 laptops-cols_inherit tablets-cols_inherit mobiles-cols_1 valign_top type_default stacking_default\" style=\"--columns-gap:3rem;\"><div class=\"wpb_column vc_column_container us_custom_42181677\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"w-message color_blue with_icon with_close\"><div class=\"w-message-icon\"><i class=\"fas fa-lightbulb-exclamation\"><\/i><\/div><div class=\"w-message-body\"><p><span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"\/rechtsanwaelte\/dr-marko-oldenburger\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dr. Oldenburger<\/a><\/span> ber\u00e4t zu allen Fragen des Abstammungsrechts und \u00c4nderungen geschlechtlicher Identit\u00e4ten. Nehmen Sie hier direkt Kontakt auf und vereinbaren einen Beratungstermin. Senden Sie ihm eine E-Mail an (<span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"mailto:oldenburger@schneiderstein.de\">oldenburger@schneiderstein.de<\/a><\/span>) oder nutzen Sie unser <a href=\"\/kontakt\/mail\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Kontaktformular<\/span><\/a>.<\/p>\n<\/div><button class=\"w-message-close\" type=\"button\" aria-label=\"Close\"><\/button><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"D. Parentage law Parentage law regulates who the parents of a child are. Lines and degrees determine the quality of the parent-child relationship; according to the legal definition in the German Civil Code (BGB), everything depends on the number of mediating births. For example, a child is related to its parents in the 1st degree and in a straight line, and to its grandparents in the 2nd....","protected":false},"author":12,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-5195","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.anwaelte-schneider-stein.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5195","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.anwaelte-schneider-stein.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.anwaelte-schneider-stein.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.anwaelte-schneider-stein.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/12"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.anwaelte-schneider-stein.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5195"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.anwaelte-schneider-stein.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5195\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.anwaelte-schneider-stein.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5195"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}